Weltreise ohne Turbulenzen: So war’s beim Jahreskonzert des Schützen-Musikvereins Kippenheimweiler

„An einem Abend um die Welt“ lautete das Jahreskonzert-Motto des Schützen-Musikvereins Kippenheimweiler. Das ist dem Orchester bestens gelungen.

Ein Bericht der Badischen Zeitung
Reiner Beschorner

Für das Jahreskonzert 2026 hat der Schützen-Musikverein Kippenheimweiler das ehrgeizige Motto „An einem Abend um die Welt“ ausgesucht. Musikanten und Dirigent sind der anspruchsvollen Vorgabe, in vier Erdteilen Zwischenlandungen einzulegen und dabei landestypische Musik vorzutragen, voll und ganz gerecht geworden. Das Wylerter Publikum hat den „Instrumentenflug ohne Turbulenzen“ mit verdientem Applaus belohnt.

Das erste Etappenziel lag in Spanien. Bei der Ouvertüre „Alcazar“ mit ihren schnellen Passagen im Flamencoschritt und dem unverkennbaren Klang der Kastagnetten nahm das Orchester sein Publikum auf einen Spaziergang durch die Alcazares genannten Palastgärten mit. Mit der Filmmusik „Out of Africa“ zeichnete das Orchester die Weiten des Kontinents in warmen, weichen Klangfarben nach, und mit dem Vortrag wurde ein bunter Farbtupfer ins Programm gesetzt. Nach der Rückkehr aufs europäische Festland boten die Musikanten mit dem ikonischen Pop-Song „L´Italiano“ einen Festschmaus mit Rhythmus und italienischem Lebensgefühl – Dolce Vita. Nach einem Kurztrip in die tschechische Blasmusiktradition mit der „Slavonická Polka“ flog die Crew eine Schleife über die Türkei. Mit dem Stück „Turkish Delight“ nahm das Orchester sein Publikum in die Welt des Orients mit seinen markanten Klängen, Düften und exotischen Farben mit.

Zu Beginn des zweiten Teils landete der Musikanten-Jet in Japan und zeichnete in dem traditionellen Volkslied „Yagi-Bushi“ ein rhythmusbetontes, Tradition und Moderne verbindendes Bild des beliebten Reiselandes. In Puerto Rico gelandet, luden Orchester und Dirigent das Publikum in „Despacito“ mit lateinamerikanischen Klängen zum Träumen ein.

Bei einer Zwischenlandung in Chicago setzten die Schützen-Musiker mit dem Stück „The Blues Brothers Revue“ einen weiteren Farbtupfer ins Programm, wobei einige Musiker das Outfit der weltbekannten Rhythm-and-Blues-Band – dunkle Sonnenbrille und schwarzer Hut – nachstellten.

Von der Stadt am Lake Michigan führte der Flug in die Region der Fjorde, klaren Seen und Wälder. In der Alfred-Bösendorfer-Komposition „Scandinavia“ bot das Orchester ein klangvolles Bild des Nordens dar, um danach die Reise in die Arktis fortzusetzen. In dem Stück „Aurora Borealis“ stellte das Orchester die Magie der Polarlichter musikalisch mal zart flackernd, mal kraftvoll strahlend dar.

Während Jules Verne in seinem weltbekannten Roman für seine Reise um die Welt bekanntlich 80 Tage benötigte, brauchten die Wylerter Musikanten dafür nur einen Abend. Nach gut zweieinhalb Stunden landete der Turbo-Jet vom Typ S.M.V. mit Kapitän Marco Rajnys am Steuerknüppel und der 38-köpfigen Orchester-Crew sowie der charmanten Flugbegleiterin Larissa Trahasch am Bordmikrofon durch die „Berliner Luft, Luft, Luft mit ihrem holden Duft, Duft, Duft“ als Zugabe pünktlich zum Konzertende in der Kaiserswaldhalle. Außerdem feierten Lea Weis, Jan Dorner, Marie Jülch und Aaron Schneble bei ihrem Debüt im Hauptorchester einen gelungenen Einstand.

Ehrung
Caroline Hebding (Silberne Ehrennadel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft)